Kategorie-Archiv: Gedankenspam

AntiKörper - Wenn alle Menschen gleich aussehen

AntiKörper

Sie begutachtet meinen Körper von oben bis unten, bei der Begrüßungsumarmung legt sie kritisch ihre Hände auf meine Hüften. Manchmal streicht sie mir noch über den Bauch, dann fällt der Kommentar… SCHNITT

SCHNITT

SCHNITT

„Iss nicht soviel Süßes.“  befiehlt sie mir, befehle ich mir?

„Hör auf jetzt.“   befiehlt sie mir, befehle ich mir?

Ich warte den Moment ab, wenn ich mit dem Spiegel allein sein kann. Langsam schiebe ich mein Oberteil hoch bis zur kritsichen Stelle, ich schiebe weiter und drehe mich von links nach rechts, damit ich alle Rundungen genau sehen kann und fange an Augenmaß zu nehmen. Die Hose ist eng, dafür brauche ich keinen Spiegel. Wenn ich die Augen schließe und mir über die Brust streiche fühle ich schwere, warme, glatte Ballons die ausgefüllt sind. Darunter folgen leichte Wellen und ein paar Muskeln zeichnen sich ab, ganz schwach. Manchmal ist zuviel Chaos im Kopf, es ist dann sehr laut in meinem Körper. Entweder ist keine Zeit zum Essen oder Essen ist die einzige Beschäftigung, die glücklich zu machen scheint und kurzfristig Befriedigung auslöst… wenn die süße Schokolade auf der Zunge zergeht. Manchmal bin ich mit dem Essen fertig und weiß nicht mehr was ich gegessen habe, was mich ärgert. Also esse ich nochmal, weil ich beim ersten mal nicht richtig aufgepasst habe?!

Bei Süßigkeiten kann ich oft nicht aufhören, da esse ich bis zur Übelkeitsgrenze hinaus. Mein Körper spricht also mit mir, warum höre ich nicht auf ihn? Was ist da lauter in mir? Was tun die da rein, dass ich nicht aufhören kann? Warum kann ich eigentlich immer und überall Süßigkeiten, Zigaretten und Alkohol kaufen…aber keinen verdammten Apfel?

Halle auf Instagram hatte mal Essstörungen und war dünn wie es der Katalog fordert. Jetzt ist sie Halle und nicht mehr Katalog. Seitenlange Motivationsschriften verfasst sie für ihre Internetgemeinschaft und motiviert seinen eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben wie er ist und wie die Natur ihn gerade haben will.

Ich war im Winter zwei Monate auf einer abgelegen Farm. An Regentagen mit starken Stürmen konnte ich mich nur in der Küche aufhalten und mich mit Tee warmhalten. Die grauen Tage machten müde, aber Kekse und Erdnussbuttercreme machten kurzzeitig glücklich. Ich rede mir bis heute ein, dass mein Körper das brauchte: Winterspeck mein Kind, iss und schlaf… das ist jetzt deine Natur in der Natur. Sieben Kilo hatte ich mir angefuttert und tatsächlich fror ich in den Nächten nicht mehr und ich mochte das weiche und pralle „Mehr“ an mir.

Zurück in der Stadt war Natur fern, hier galten die Naturgesetze scheinbar nicht. Hier war ich nur fett, sagten die Plakate und manche Blicke und mein Spiegelbild, das hat scheinbar eine andere Meinung als meine Hände und vom allgemeinen Körpergefühl möchten wir gar nicht reden und wenn der Magen und Sinnes-Lüste auch noch mitreden… oh dann fange ich lieber an zu beten und bitte um Ruhe. Hatte sich mein Blick auf mich auch verändert? Tine Wittler sagt „Wer schön sein will, muss reisen.“ . Recht hat’se: in Brasilien und Afrika wäre ich hässlich dünn. Man kann jetzt nach kulturbedingten Schönheits-Idealen recherchieren oder auch einfach auf die Meinung anderer sch*****. Aber wie findet man nun seine ganz spezielle Liebe zum eigenen Körper, welches Maß passt mir… was ist das so genannte „Wohlfühlgewicht“? Der Körper redet mit mir, die ganze Zeit… hör doch mal! Hunger, Übelkeit, Glücksgefühle, schlechte Laune, Müdigkeit, Appetit… habe ich verlernt mich zu verstehen, als andere mir sagten wie ich mich zu verstehen habe?

Ich stellte mir eine Welt vor, auf der alle Menschen gleich aussahen… gleich schlank… auch der Weihnachtsmann oder der nette „dicke Tankwart“, oder die Bäckerin mit den rosigen Wangen oder die zarte Ballerina. Alle sehen gleich aus… auch gleiche Augenfarbe, gleiche Hautfarbe… gleiches Lächeln… aber man kann alles individualisieren mit Nagellack, Schminke und Haarfarbe… häh?

Ich hab dich lieben gelernt, als erstes habe ich mich in deinen runden Bauch verliebt und wie er mich bei der Umarmung berührt und etwas fester drückt. Ich stellte mir vor wir ich meinen Kopf auf ihn legen würde und faule Sonntage darauf verbringen würde. Ich stellte mir vor ihn zu küssen und zu streicheln und für ihn zu kochen. Wir kannten uns noch nicht so lange, dann hast du angefangen Extremsport zu treiben und nicht mehr mit mir zu essen. Du wolltest für mich gut aussehen und mich beeindrucken. Welche Signale habe ich gesendet, dass du glaubst ich würde dich nicht schön finden wie du bist? Ich werde ihn vermissen, deinen Bauch… da hatte ich mehr von dir. Die Narben darauf sind schön, wie Kunst. Das bist du und würde ich erblinden, könnte ich dich noch ertasten und dich an der besonderen Form und kleinen speziellen Details erkennen. Aber wenn du dich wie du bist nicht willst, dann unterstützte ich dich gerne darin dein persönliches Ziel zu erreichen. Sag mir Bescheid wenn ich etwas tun oder nicht tun soll. Sprich mit mir, bevor du mich fälschlicherweise beeindrucken willst und womöglich noch ganz krank wirst vor Eifer.

Ins Fitness-Studio zu gehen fühlt sich so künstlich an, all diese schweren Geräte, Linien und ausgeklügelten Bewegungsabläufe, der Drill, der Zwang, alles kontrolliert und abgemessen. Soll das Spaß machen, kann das Spaß machen, ist das wirklich gesund und warum schreit meine Seele: Was tust du da? Geh doch einfach raus in die Natur, aus der bist du doch gemacht? Renne, jage, liebe… wir sind doch „Lebewesen“ und nicht soweit entfernt vom „Tier“, immernoch, trotz 2018 und all der Technik und dem angeblichen Wissen. Waren die Pyramiden-Bauer womöglich fortschrittlicher als wir? Wir haben doch immernoch Triebe, die wir ständig unterdrücken und kontrollieren müssen. Müssen wir das? Habe ich eine Wahl?

Liebst du mich auch noch wenn ich vierlagig bin? Liebst du mich wenn ich nur noch die Hälfte bin? Liebe ich mich denn eigentlich? Was IST Liebe denn nun eigentlich? Anderes Thema… verstreut auf dieser Webseite…

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Meine Freundin ist sehr traurig darüber, dass nur sehr wenige Leute ihren Urlaubsbildern im sozialen Netzwerk Beachtung geschenkt haben. Ich habe mich heute Abend mit Ihr nach Ihrem dreiwöchigen Urlaub in der Stadt zu einem Lichterfestbummel getroffen, mit ihr alle ihre Urlaubsbilder gemeinsam angeschaut und mir dazu Ihre Geschichten angehört, ab und an habe ich auch einen Kommentar abgegeben und „Das Bild gefällt mir, gut geschossen.“ gesagt und auch gemeint. Dann waren wir zusammen essen und haben uns rege über die vergangenen Wahl-Ergebnisse, Reisen,  Versöhnung, Freundschaft, Kommunikations-Blockaden und „Liebe“ unterhalten.  Nebenbei haben wir den netten Kellner noch  nach seinem Alter gefragt. .OK, meine Freundin hat gefragt, ich habe mich nicht getraut. Er war wie erwartet sehr jung.  Sie lag mit ihrer Schätzung daneben, ich mit meiner Verhaltensanalyse war nah dran. Wir haben uns gegenseitig zur Bahn gebracht, also meine Freundin und ich, nicht der Kellner und wir.  Zum Abschied haben wir uns lächelnd umarmt und uns eine sichere Heimreise gewünscht. Ich hatte sogar rote Wangen vom  herzlich, freudigen Wiedersehen.

 

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Selbsthilfe - Wege aus der Dunkelheit

Hilf dir doch selbst! – Erfahrungsbericht Selbsthilfe-Gruppe

Verloren im Gedanken-Karussell mit tausend Fragen in meinem Kopf fasse ich nun erstmalig den Entschluss eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Seit Jahren schon kämpfe ich mit Selbstzweifeln und unbeantworteten Fragen. Ich habe ein Bootcamp von schwierigen Beziehungen durchlaufen, nun war es Zeit für eine Wendung… die Ereignisse waren zu traumatisch. Dieser Entschluss ist wortwörtlich ein Vorhaben welches ich nun konsequent umsetze… es bleiben nicht nur Gedanken und Worte… es wird zu einer Tat, das fühlt sich bereits gut an. Ich kann etwas tun, handeln und mir bietet sich eine Alternative zu wilden Internetrecherchen, bei denen ich auf Foren-Beiträge stoße die auch komplett ausgedacht sein könnten, der Selbstdarstellung wegen. Das Internet kann dein Freund sein, aber auch dein größter Feind. Eine vertraute Freundin schickt mir verschiedenste Adressen zu, am nächsten Tag eile ich eine Stunde quer durch die Stadt und betrete nun mit Tränen in den Augen den kleinen Besprechungsraum.  Man hat schon mit der Einführung und der Verlesung der Grundregeln begonnen. Ich bin zu spät, man lächelt mich an und bietet mir höflich einen Platz an…. die Taschentücherbox wird sogleich in meine Richtung geschoben, ich spüre eine Hand auf meinem Rücken, aber es fühlt sich alles gut und richtig an, nicht beklemmend beängstigend wie sich das jetzt vielleicht liest. Natürlich musste ich bei dem Wort Selbsthilfegruppe auch gleich wieder in meinem „Filmarchiv“ im Kopf blättern und erinnere mich an Fight Club und den Selbsthilfegruppen-Tourismus, nur bin ich tatsächlich betroffen und am richtigen Ort. Zu allererst muss ich gestehen, eine Freundin eines Alkoholikers zu sein und ich nun hier sitze, weil ich machtlos bin und es soweit ging, dass ich mein Leben nicht mehr ungehindert leben kann. Das haben wir alle gemeinsam. Ich spüre sofort, man versteht mich. Ich darf weinen, sie wissen warum, sie haben das gleiche erlebt. Circa zehn Frauen sitzen um eine große Tafel.  Es herrscht Ausnahmezustand, ich sehe mich wiederholt an einem Punkt an dem ich gelehmt bin von meinen Fragen und Gedanken im Kopf, überwältigt von Emotionen wie Wut und Trauer, denn niemand in meinem Umfeld scheint vergleichbares erlebt zu haben, vielleicht möchte es auch niemand zugeben.

Die Regeln einer guten Kommunkiation

Wir diskutieren  nicht. Jeder darf frei seine Gedanken äußern ohne Tabus, Punkt und Komma. Alles Gesprochene bleibt im Raum. Man kann jederzeit den Raum verlassen und gehen. Es steht einem frei ob man zu dem am Anfang gestellten Gedankenauftrag spricht oder nur zuhört. Einer fängt freiwillig an und dann geht es im Uhrzeigersinn die Reihe rum. Es wird gelacht, geweint, zustimmend genickt oder mitfühlend die Hände im Gesicht zusammengeschlagen. Jeder beendet seinen Gedanken-Vortrag mit einem „Danke fürs Zuhören“. Wir bedanken uns ebenfalls alle bei der zuletzt sprechenden Person. Mir gefällt dieser höfliche, respektvolle Umgang miteinander, weil man immer wieder die Bestätigung bekommt gehört und verstanden zu werden. Zudem bekommt man immer wieder Bestätigung durch das gesagte oder neue Denkanstöße, wie man an sich selbst arbeiten kann um sich besser zu fühlen. Zugegebenermaßen ist die Kommunikation sehr einseitig, weil man keine Rückfragen stellen kann. Es erscheint mir auch nicht notwendig, weil die Diskussion im Kopf passiert, indem man alles Gesagte zusammenfügt und sich auch immer mal wieder auf das Gesagte des Vorgängers beziehen kann.
Als ich endlich dran bin, berichte ich unter Tränen… ich heulte eigentlich die ganzen 1,5 Stunden… nur das kleine, süße unschuldige Baby neben mir kann mich kurz aus meiner Trauer holen… ich denke mir „Oh man, Süßer, du weißt noch nichts von dieser Welt da draußen… schaust nur neugierig in die Runde… in meine verheulten Augen.“ und es berührt kurz neugierig meinen Arm mit seiner zarten, kleinen Hand.

Die ersten Lektionen der Selbsthilfe

Ich bin machtlos gegenüber der Krankheit Alkoholismus, denn es IST eine Krankheit für die der Betroffene selbst verantwortlich ist und man selbst keine Schuld daran trägt.
Ich kann nur mich selbst ändern, aber dies nicht von meinem Gegenüber erwarten.
Man darf keine Erwartungen haben.

Letzteres fällt besonders schwer und ich könnte ganze Seiten darüber schreiben, warum es mir aktuell so unmöglich erscheint keine Erwartungen zu haben, sei in einer Liebesbeziehung, einer Freundschaft, Erwartungen an unsere Gesellschaft und so weiter. Das Freimachen von Illusionen ist das gewünschte Ziel. Zudem erarbeitet man sich die Einsicht, dass der Alkoholiker Verantwortung für sein Handeln tragen kann und muss und ich als Freundin ihm die Konsequenzen seines Suchtverhaltens nicht abnehmen kann. Diese ungesunde Abhängigkeitsbeziehung hilft nicht, sie hält das Karussell der Leugnung nur in Bewegung.
Man soll lernen sein eigenes Leben wieder zum Mittelpunkt zu machen, denn nur wer auf sich selbst achtet kann auch ein guter Freund, eine gute Frau, ein guter Angehöriger sein… ruhig und frei von Zorn und Vorwürfen, die nur tiefer in den Abgrund führen. In der Gruppe erlernt man das Gefühl für gesunde Grenzen und ermöglicht durch eine veränderte innere Einstellung und Stärkung des Selbstwertgefühls dem Leben wieder eine positive Richtung zu geben.

Die schlimmste Selbsterkenntnis

Ich habe ein Helfersyndrom und beschreibe mich als Schatten-Jäger und Drama-Vampir, offenbare mich als Engel in der Not und bin für eine Weile das einzige Licht im langen dunklen Tunnel gewesen. Diese Beziehungen sind beendet, sobald ich den beinahe Ertrunkenen zurück an das Licht geführt habe. Doch er fühlt sich nun schuldig. Ich erinnere ihn an seine dunkle Zeit und ein Zusammensein ohne schlechtes Gewissen ist nun nicht mehr möglich. Ich habe ihn leiden gesehen, schwach gesehen und er hat mir Geheimnisse anvertraut, nun kann ich ihm keine ebenbürtige Frau mehr sein. Damals konnte man nicht zwischen Liebe und bloßer Abhängigkeit unterscheiden, man klammerte sich an das was da war. Ich tröste mich mit dem Gedanken auch die Seele hinter dieser dunklen Hülle gesehen zu haben… diese warmen, intimen Momente hat es doch tatsächlich gegeben, oder? Der Glaube an die Macht der Liebe und er könnte sich ändern, nicht nur für mich sondern für uns… ging mir nun verloren. Er nimmt sich eine andere, die seine Schattenseite nicht kennt, die nun seine „bessere Seite“ genießen kann und ihm vorurteilsfrei lieben kann. Er kann nun Ihr Retter sein und ihr das geben, was ich ihm gab, denn Männer wollen doch lieber Retter sein als Geretteter. Bereue ich den Weg mit ihm gegangen zu sein? Hätte ich Ihren Platz jemals einnehmen können? Will ich ihren Platz jetzt einnehmen? Wird er sich JETZT tatsächlich ändern und den Drogen entsagen und seinem Ziel „ein besserer Mensch zu werden“ weiter verfolgen? Ich wünsche es ihm so sehr, aber die Gruppe und mein Wissen lassen mich zweifeln. Zurück zu mir… die Gruppe bestätigt… viele von uns können mit einem „normalen Mann“ nichts anfangen. Alkoholiker sind sensible, dramatische Menschen. Wir lieben das Drama… ich vergleiche uns mit Menschen die gerne Horror-, Psycho- oder Drama-Filme schauen. Die Runde lacht und nickt mir zustimmend zu.

Lieber Freund…

Ich bereue nichts. Ich hatte kein Mitleid, habe es für mich getan, in der Hoffnung wir könnten danach zusammen sein und nahm das Risiko in Kauf verletzt zu werden. Es war für mich sehr einfach da zu sein, weil mir das Gefühl des Verliebt-seins  sehr viel Energie gegeben hat, für deine aktuelle Verfassung zuviel Energie. Ich kannte noch ein anderes Gesicht von dir, das von damals vor drei Jahren… die Gefühle waren sofort wieder da, ich glaube an so etwas wie Seelenverwandtschaft…vielleicht blöd und naiv. Du hast mich auch an das Licht geführt, zu dieser Gruppe, zur Selbsterkenntnis und mich lebendiger fühlen lassen. Den Vergleich mit den Drama-Film-Fans hast du damals auch verstanden und warst ganz fasziniert davon und von mir. Diesen Moment kann mir niemand mehr nehmen, ich glaube ganz fest daran dass dieser eine Moment echt war… weil wir unbekleidet voreinander lagen und über unsere Gefühle sprachen. Du magst deinen Körper eigentlich nicht und schon gar nicht wolltest du ihn bei Licht zeigen… aber du hast es getan und dich gut gefühlt… es war ein nüchterner Moment im Alkoholismus, der Blick war einfach zu klar. Es war nicht falsch, unser Zusammentreffen, unsere Geschichte ergibt einen Sinn.

Der Schmerz in meiner linken Brust löst sich, die Übelkeit verschwindet langsam… ich kann positiv zurück und nach vorne blicken. Dennoch werde ich weiter die Selbsthilfegruppe besuchen, denn mein Muster bleibt und es wird mich immer und immer wieder unglücklich machen bis ich es durchbrechen kann.

Denn ich weiß, Liebe kann nur jener empfangen und geben wer auch im Reinen mit sich selbst ist und ein Mindestmaß an Selbstliebe empfindet… wer nicht selbst auf sich achtet und verantwortlungslos handelt, sich nur für andere aber sich nicht seinerselbstwillen ändert… wird auf lange Sicht scheitern in der Beziehung mit anderen und in der Beziehung mit sich selbst sowieso… der innere Konflikt muss erst gelöst werden, um wahre Liebe für sich und andere zulassen zu können… weil man es sich wert ist… und solange man sich wertlos fühlt… bleibt man liegen, wie der gammlige Apfel am Obststand.

Nach einer erfolgreichen zweiten Selbsthilfe-Gruppen-Sitzung schreibe ich euphorisch meiner Freundin, welche mir die Links zugeschickt hat und mir so den Weg in die richtige Richtung gezeigt hat:

Hey Maria, ich war heute wieder bei der Selbsthilfe-Gruppe… es war wieder super… noch einmal vielen Dank!!! <3

Es hilft mir auch bei meinem Liebeskummer…

Ich stelle gerade meinen Blog-Eintrag dazu fertig, um diese Erfahrung über Selbsthilfe mit anderen zu teilen.

Ich mag die Art der Kommunikation… nur zuhören… keine Diskussionen… sehr respektvoller Umgang… so nette, hilfsbereite Leute.

Positive Energie… mit einem Hauch von Drama… aber der ist gut und inspirierend. :)

Somit sende ich dir positive Energie und Liebe… für einen guten Schlaf heute Nacht.

Ich hätte mir nie träumen lassen soviel Energie nur einen Tag nach einer heftigen Abfuhr von der vielleicht „Liebe meines Lebens“ verspüren zu können… vielleicht habe ich das morgen auch schon alles wieder vergessen… und dass Gedanken-Karussell dreht sich doch weiter… wer will noch mal, wer hat noch nicht……………………………………………………………………………………………………………………………….._____________________________________________________

betrunken, behütet, erleuchtet, Sinnemanie
Song zum Mitfühlen

Weiterführende Links zum Thema Selbsthilfe, Alkoholismus

Al-Anon Selbsthilfe  (kostenlose Selbsthilfe-Gruppen in ganz Deutschland ohne vorherige Anmeldung, anonym, freiwillig und frei von Werbung, Gott wird erwähnt aber bekommt keinen übermäßigen Schwerpunkt)

Nico Semsrott Kabarettist und Slam-Poet ist „Demotivations-Couch“ und der Depressive in der deutschen Comedy. Ich bewundere seine schlauen Powerpoint-Präsentationen, Wortspiele und durchdachten, schwarzen Humor. Er bringt mich zum lachen, gerade in dunklen Zeit und somit sei bewiesen: Humor ist wenn man trotzdem lacht und Lachen ist die beste Medizin… Gesellschaftskritisch, selbstkritisch, düster und erhellend zugleich, heilend… :)

Berliner Zeitung über die Gefahren eines „Entzugs“ Selbsthilfegruppen für Angehörige Alkoholkranker sowie die Anonymen Alkoholiker prügeln einem immer wieder ein, dass der Alkoholiker selbst die Initiative ergreifen muss und sich helfen lassen muss, man könne ihn nicht zwingen. Man solle den Angehörogen fallen lassen damit der Leidensdruck groß genug wäre. Ich halte das in manchen Fällen für sehr gefährlich wenn die Selbstachtung und Selbstliebe dermaßen im Keller ist und man schon soviel verloren hat, dass jegliche Motivation und Lebensmut fehlt. Wenn der Alkoholkranke keine Perspektive in seinem Leben mehr sieht, dann wird er sich langsam selbst umbringen und den Angehörigen wird eingeredet dass sie nichts tun können… und mit den Folgen müssen WIR dann Leben. Alkoholismus ist eine Krankheit, eine starke Sucht-Krankheit mit einem hohen Einfluss auf Emotionen und Entscheidungs-Fähigkeiten, gepaart mit Schicksalsschlägen ist nur allzu nachvollziehbar wenn der Suchtkranke keinen Antrieb hat sich zu Therapien und Krankenhäuser zu schleppen, zudem er das alles alleine machen muss, weil man ihn hat sitzen lassen mit seinem Leid. Im Artikel äußert sich ein Vertreter des Jüdischen Krankenhauses entgegen der Selbsthilfe-Gruppen-Regel „Wenn jemand keine eigene Motivation hat, versuchen wir die aufzubauen. [..] Es ist egal, warum jemand kommt. Ob die Familie Druck macht oder der Chef mit Kündigung droht. Hauptsache, die Leute kommen.“ (Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/15814396 ©2017)

sonderglocke.de | Suchtverhalten und Egoismus über Gespräche zwischen einem Süchtigen und einem Co-Abhängigen Helfer

nlp-ausbildung.de | NLP-Coaching Institut Kassel NLP Mental Training gegen Sucht-Denken ansteuern

egold-konzept.de | Was ist eine „Abhängigkeit“?

TalkSober | informativer und allumfassender YouTube-Channel (engl.) Marcus ist selbst (trockener) Alkoholiker und erklärt sehr anschaulich und umfassend Aspekte der Alkoholkrankheit mit all seinen Nebenwirkungen, Ursachen, Heilungsmethoden, Auswirkungen auf den Körper und die Seele. Um langfristig, erfolgreich und „glücklich“ trocken zu bleiben, sollte man sich mit dem Begriff „Trockenrausch“ („drydrunk“) auseinandersetzen, der auch Angehörigen ein Warnzeichen für drohende Rückfälle sein sollte. Bis die Suchtkrankheit zur vollen „Entfaltung“ kommt, können viele Jahre vergehen. Von der Einsicht bis zur Heilung können wiederum Jahre vergehen, zudem die Krankheit ansich NICHT heilbar ist, aber man kann sie in den Griff bekommen und damit gut leben.