IstanCool Istanbul Teil 1

IstanCOOL – mit 6 Sinnen in 6 Tagen durch Istanbul

Reisebericht Antalya, Türkei 10.-12.02.2016

IstanCool Teil 1 - istanbul Asiatische Seite
IstanCool Teil 1 – istanbul Asiatische Seite

Im Morgengrauen Ankunft “Harem”

Es ist circa 5.30… die Nacht ist im Flug äh im Rollen vergangen. Es ist noch finster in Istanbul, ich könnte überall sein. Wir konnten vorher nicht genau ermitteln, wo genau in Istanbul mein Busbahnhof sein wird. So stehe ich hier auf einem wenigen Quadratmeter großen Hof zwischen einfachen Hochhäusern, Minibussen und wenigen Reisebussen. Ich male Kreise in den Kiesgrund vor einem einfachen gefliesten, kahlen kalten Warteraum in dem vielleicht 30 Leute Platz finden und 20 Reisende auch schon mit gepackten Koffern hocken. Es ist kalt, circa 5 Grad. Ich muss mal Pipi. Die Rezeption ist nicht oder vielleicht noch nicht besetzt. Ich bin orientierungslos, total verunsichert zeige ich dem Bus-Begleitservice meine Fahrkarte und tippe fragend auf die ausgewiesene Endstelle. Mein Blick soll sagen: “Bin ich hier richtig?” Er nickt. Na toll… am A**** von Istanbul. Ich steige in einen der Kleinbusse die mit einer Station beschriftet sind, die meiner Vermutung und Karte nach weit näher an meinem Hostel sein müsste. Der Shuttle-Service mit Minibussen ist wohl inklusive, wenn ich meine Freunde aus Antalya richtig verstanden habe, es fragt niemand nach Geld… alles gut. Ich verharre noch eine Weile in dem eiskalten Bus, nach nur wenigen Minuten fährt die inzwischen voll besetzte Sardinendose durch den schlafenden asiatischen Teil Istanbuls bis an den Bosphorus. Die Fenster beschlagen. Ich verfolge die Wegweiser-Nadel meines Navigators… Bildschirm-Zentimeter für Bildschirm-Zentimeter nähern wir uns dem  Hafen… irgendwas mit “Harem”.
Der Mann neben mir bietet mir ein Pfefferminz Bonbon an und will mir Bescheid geben, wann ich aussteigen muss. Das konnten wir uns mit wenigen Handbewegungen verständlich machen.
An einem Hafenbahnhof steige ich schließlich aus, nachdem ich erfolgreich über Menschen und Taschen zum Ausgang gestiegen bin. Ich bin da. Vor mir erwacht gerade eine Metropole mit uralter Geschichte, Geschichten von tausend und einer Nacht. Andere Sprache, andere Kultur,andere Währung, anderes Essen, andere Werte, andere Emotionen.

Harem - Istanbul
Harem – Istanbul

Istanbul sei nicht wie Berlin habt ihr gesagt. In Istanbul herrsche Chaos, es sei gefährlich. Aber ich bin doch zwei Monate quer durch Europa gereist, wie “anders” kann das schon sein?! Das Bild des ernsthaften strengen Ehemannes und der unterdrückend Frau, sowie Türken-Mafia, Ehren-Morden und Eifersucht ist schwer aus den Köpfen zu kriegen und es ist auch durchaus etwas dran.

Unter dem Deckmantel der Dunkelheit am frühen morgen markiere ich zunächst mal aus der Not heraus mein Revier. Der kleine Dreckhaufen auf einer öffentlichen Steinterrasse gehört jetzt mir. Bei den zahlreichen he­r­um­streu­nenden Katzen und Hunden muss man sich schnell seinen Plätzchen sichern. Ich sehe weit und breit keinen Menschen, eben nur eine Katze die durch ein Loch im Zaun in einen verkommenen, verwucherten Garten schleicht.

Jetzt kann ich entspannt in die Ferne blicken und den beginnenden Sonnenaufgang auf mich wirken lassen, von Chaos ist noch wenig zu spüren. Ich scheine gerade in einer eher reichen Gegend zu sein, die Häuser sind in einem guten Zustand, ein paar Straßen weiter sieht das schon anders aus. Es wird gerade einer von vermutlich unendlich vielen Wochenmärkten aufgebaut, dazu werden von Hauswand zu Hauswand riesige Zeltplanen als Überdachung aufgespannt, jede Straße wird somit binnen Minuten zu einer riesigen Markthalle umfunktioniert….hier wird noch Handel betrieben wie ich es nur aus dem Disney Film Aladdin und die Wunderlampe kenne. Obst und Gemüse aus der Region, gefälschte Marken-Kleidung, Schuhe und Schmuck sowie türkisches Fastfood werden hier meist angeboten.

Üsküdar Istanbul
Üsküdar Istanbul – Aufbau eines Wochenmarkts

Mein Weg führt mich vorbei an prachtvollen Universitäten, einem traumhaft historisch anmutenden Bahnhof und Militärgelände. Vorsichtig werfe ich einen Blick durch die Eingangstore des Militärgeländes und kann sehr junge kleine Soldaten erspähen, vielleicht 13 Jahre alt. Fotografieren des Geländes, auch von außen hinein, ist verboten, darauf weisen kleine rote albern schlecht gestaltete Karikaturartige Hinweisschildchen hin. Die scheinen das ernst zu meinen. Ich versuche es aus Angst vom bewaffneten Wachpersonal mit wachsamen Blick erschossen zu werden erst gar nicht und trauere schon jetzt dem tollen Foto hinterher, welches ich in meinem Kopf bereits abgespeichert habe.

Üsküdar Iistanbul Bahnhof
Üsküdar Iistanbul Bahnhof

Straßen und Fußwege in Istanbul sind steil und holprig, dieses Stadt ist auf Hügeln zwischen zwei Kontinenten regelrecht aufgesetzt worden. Glaubte ich auf meiner großen Reise 2014 schon durch das halbe Europa gestolpert zu sein, konnte man das hier sehr wörtlich nehmen. Ein verwöhnter Landsmann bezeichnete den türkischen Baustil abschätzig als fahrlässig, für mich hingegen hatte das alles Charakter und weckte den Entdecker in mir. Welche Geschichte hatte dieses verfallene alte Haus wohl zu erzählen, welche Karren ist hier wohl stecken geblieben, wieviele Füße sind wohl über diese zertretende Steintreppe gelaufen und wer hat wohl an diesem alten vertrockneten und verwachsenen Springbrunnen seine Doktorarbeit geschrieben.

Kadiköy Istanbul
Kadiköy Istanbul

Etwas außer Atem stolpere ich schließlich in das kleine Hostel an einem der zahlreichen steilen Abhänge gelegen auf die Kopfsteinflasterstraßen und drei- bis vierstöckige Gebäude ineinander gesteckt aufgesetzt wurden. Ich werde in einem 6-Bett-Mädchen-Zimmer einquartiert. Dieses Hostel wird wohl häufig von ERASMUS-Studenten gebucht, man bezahlt nur rund 15 Euro pro Nacht inklusive türkischem Frühstücksbüffel bestehend aus Käse, Oliven, türkische Wurst, Kirschmarmelade Weißbrot und Schwarztee (“çay”). Hinzu kommen hier noch Kaffee und hartgekochte Eier.

Der Straßenlärm hält sich aufgrund der sehr schmalen Gassen in Grenzen. Beunruhigend finde ich den verzweifelten, heiser klingenden aber unaufhörlichen Schrei eines Mannes der die Straße auf und ab zu gehen scheint.  Dieser leidenschaftliche Schrei lässt furchtbares erahnen. Was will er uns mitteilen und warum hilft ihm niemand. “Simiiiiiiiiiiit” Ich schaue aus dem Fenster und erblicke einen Mann mit einem Korb auf den Schultern. Oh, es ist ein Brotverkäufer. Ich verspüre Leid, großes Mitleid und stelle mir vor wir er auch des Nachts nicht aufhören kann laut “Brot” zu schreien, weil er tagsüber nichts anderes tut, dafür wurden Maschinen erfunden, bei dieser Art eintöniger Beschäftigung muss ein Menschenhirn bereits nach kurzer Zeit komplett durchdrehen, da bei mir schon nach fünf Minuten des reinen Zuhörens eine Sicherung durchzubrennen scheint.

Es ist gerade mal 8 Uhr morgens. Ich darf bereits ein Bett beziehen. Übermüdet und planlos schaue ich mir erst einmal einen Dokumentationsfilm über Istanbul an, da wollte ich schon immer mal hin. Ey Moment, ich bin ja HIER! Ich hake ab , was ich mir alles NICHT anschauen werde, weil es hinreichend und in hochauflösender, best-dokumentierter, menschenleerer Form abgefilmt vorliegt: Hagia Sophia (Ayasofya), Cisterna Basilica (Versunkener Palast), Blaue Moschee (Sultan-Ahmed-Moschee)… zudem ich tiefe Zweifel und Respekt verspüre eine Moschee zu betreten für deren Eintritt ich komplett verhüllt sein müsse. Ich denke dass ich an diese Ort schlichtweg nicht gehöre und dort nichts zu suchen habe, auch wenn mich die Geschichten und die Menschen dahinter natürlich brennend interessieren und es mich gerade angesichts der aktuellen Islam-Thematik mit zahlreichen negativen Medienmeldungen interessieren sollte.

Das junge und authentische Istanbul – Kadıköy Bar- und Bazarleben

Gegen Mittag krieche ich dann doch mal aus dem Bett und laufe einfach los. Mein Hostel ist unweit des Hafens Istanbul – Kadıköy, asiatische Seite. Man kann hier gefühlt endlos einer gut ausgebauten Multifunktions-Rad-Wander-Babaywagen-Jogging-Strecke entlang folgen und so furchtbar sein Ruhe haben, dass man vergisst in der Chaos-City zu sein. Der kalte, scharfe Wind holt mich immer mal wieder zurück, wenn ich mit verträumten Blick auf die in der Ferne treibenden Segelboote mich in der warmen Karibik zu befinden glaube.

Kadıköy Istanbul Promenade
Kadıköy Istanbul Promenade

Von Chaos und Menschenmassen ist immer noch nicht viel zu sehen. Von Kadıköy Hafen aus, kann man in zahlreiche Richtung zu anderen Anlaufstellen der Wasserstraße…ach watt sach ick… Wasserautobahn wechseln oder pendeln. Schiffe legen alle 15 bis 40 Minuten ab und führen einem zu anderen Welten, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen sind schon klar erkennbar. Der asiatische Teil ist etwas traditioneller, da hier die Universitäten ansässig sind, ist er natürlich auch sehr beliebt für Studenten und darum sind die Hostels hier auch vornehmlich mit ERASMUS-Studenten belegt. Wie ich von meiner deutschen und ukrainischen Zimmergenossinnen erfahre, ist es allerdings möglich innerhalb von zwei bis drei Tagen ein Zimmer oder eine Wohnung für umgerechnet circa 300 Euro zu finden, vergleichbar mit deutschen Großstätten, geringfügig billiger aber dafür auch weniger modern. Man muss sich nicht einmal großartig bewerben, wie es im Miet-Horrorladen Berlin der Fall ist. In Berlin muss man neben den Standard-Unterlagen wie Mietschuldenfreiheit, Gehaltsnachweise, SCHUFA-Auskunft auch einen besonders coolen Lebenslauf und 1A WG-Tauglichkeit wie Gemeinschaftsfähigkeit ohne zu klammern, sozial aber selbstständig und unabhängig, unterhaltsam aber leise Nachbarschaftsfreundlich vorweisen können. Selbst bei WG-Tauglichkeits-Güte-Klasse A+++ kann man im ausgeklügelten Gruppen- oder Einzelcasting Kreuzverhör noch ohne Rückruf rausfliegen. In Istanbul kann hat man wohl laut Aussagen meiner Zimmergenossinnen als Wohnungssuchender das letzte Wort und entscheidet über Einzug oder Nichteinzug.

Ich hole mir Beratung eines befreundeten, stadtkundigen türkischen Landsmannes per Fernsprechapparat ein, meine alte Liebe “Al”. Dieser führt mich zu dem Kneipenkiez mit hunderten von kleinen Geschäften und urigen Pups und Kneipen, wo teilweise sogar Live-Musik gespielt wird. HIER ist das angekündigte Chaos und die Menschenmassen nun endlich zu finden. Da ich alleine unterwegs bin und niemanden trauen darf, betrete ich leider keiner der Lokalitäten und das istanbuler Nachtleben soll mir weiter ein Mysterium bleiben.

Wir fahren übern Bosporus, übern Bosporus

Am nächsten Tag setze ich spontan auf die Prinzen-Inseln (Princes’ Islands /Adalar district) in Istanbul) über. Eine entschleunigte Welt ohne Autos und mit zahlreichen Villen, welche jetzt im Winter leerstehen. Fast menschenleer ist auch die Insel, sobald man etwas vom Weg mit vorbeirasenden Pferdekutschen abgekommen ist. Rechtzeitig vor der Regenzeit verbringe ich fläzend in von Sonne, Regen und Wind ausgeblichenden Sitzkissen noch ein paar Minuten mit dem weiß-rot-gestreiften Schmusetiger Garfield auf der verlassenenden “Sommer-Pausen-Insel” der Istanbuler. Es ist eine Sommer-Insel, aber im Winter für so Geisterjäger wie mich wohl besonders reizvoll. Plötzlich fängt es dann noch an zu regnen und ich muss die Strecke zurück zum Hafen im strömenden Regen zurücklaufen. Noch eineinhalb Stunden bis zur nächsten Überfahrt zurück zum Festland. Ich verharre auf einer schmalen, unbequemen aber immerhin überdachten Parkbank vor beziehungsweise zwischen Restaurants die zu dieser Zeit vergeblich auf Touristen warten und beobachte den Kellner wie er seinen Dienstjungen streng zurecht weist. Er sieht gefährlich aus in seinem perfekt sitzendem Anzug, den glänzend geputzen Lackschuhen und der ebenso glänzenden, zurückgekämmten Gelfrisur. Sein Blick ist streng. Irgendwann entdeckt er mich und winkt mich zu sich in den am Wasser angrenzen, Wind-und-regen-geschützen, geheizten Pavillion. Ich befürchte teuer essen und trinken zu müssen und winke ab. Er bleibt hartnäckig und so setze ich mich verschüchert an einen Tisch. Er bietet mit Tee an und fragt mich ob ich Hunger hätte. Ich studiere die Karte genau und nehme ein günstiges Gericht. Gegrillte Paprika mit Kräuterquark. Ich rechne die Kosten zusammen und lege das Geld bereits parat. Als ich bezahlen möchte, gibt er mir zu verstehen dass ich eingeladen bin. Bevor ich rüber zur Ablegestelle laufe möchte ich mich versichern, dass er mir nicht die Polizei oder „seine Brüdder“ wegen unbezahlter Rechnung hinterherschickt und verabschiede mich höflich. Er drückt mir seine Visitenkarte in die Hand, es ist alles gut. Als das Schiff den Hafen verlässt atme ich auf und genieße im der gut geheizten Schiff die Aussicht auf das herrliche Schmuddelwetter bei eintretender Dunkelheit. Einige Menschen an Bord trinken gemütlich Tee und dösen während ich an die beschlagende Fensterscheibe male und ein schlafendes Pärchen beobachte und mich für ihren Moment der Zärtlichkeit und Harmonie freue.

Istanbulkart ist Katja’s Liebling

Mittlerweile habe ich einen Automaten gefunden der mir diese überall beworbene “Istanbulkart” ausspuckt und mir ein sehr wahrscheinliches nervtötendes Verhandlungsgespräch erspart, dafür bin ich fast eine halbe Stunde im Bahnhof auf und ab gelaufen und habe mir alle möglichen Plakate und Anleitungen durchgelesen, da ich auf keinen Fall mit einer falschen Fahrkarte beim Schwarzfahren erwischt werden möchte, obwohl das kaum möglich ist, da man sich zu nahezu allen Verkehrsmitteln den Zugang über ein Drehkreuz verschaffen muss. Ich sehe nur wenige Frauen und einen Mann sollte ich laut Reiseführer besser nicht ansprechen. Jede Fahrt egal wie lang und egal ob Bus, Bahn, Schiff oder Straßenbahn kostet hier das gleiche, jedoch muss bei jedem Umstieg erneut bezahlt werden. Der Tarif ist aber günstig, ca. 80 Cent. Das System kann man also durchaus für gut und fair befinden. Mit der Karte kann man Bargeldlos die Drehkreuze passieren und spart bei jeder Fahrt gegenüber dem regulären Fahrpreis beim Lösen eines Einzel-„Jetons“ am Automaten an jedem Hafen oder Haltestelle vor den Drehkreuzen.

Texaner Nuschler, Obelix und nächtliche Besuche

Zurück im Hostel nehme ich im Wohnzimmer Platz, vielleicht treffe ich hier heute auf interessante Menschen. Ein großer zwei-Meter Mann checkt ein, man hört ihn die ganze Zeit reden, wie ich feststellen muss redet er wohl unter anderem mit mir und nicht mit dem Hostel-Personal oder mit sich selbst wie ich zuerst annehme. Er sucht hektisch nach einem Tiefkühlfach und ruft nur kurz rein: “I’ll be back in a minute.”. Huh, mit wem spricht er nur. Meint er mich? Seine Statur und Gebrubbel erinnert etwas an Obelix, deswegen ist mein erster Gedanken es wäre ein Wildschwein in seiner weißen Plastiktüte welches er schnell in den Tiefkühler verstauen und vor womöglich anderen hungrigen Mitmenschen verstecken muss. Zur gleichen Zeit trifft ein schwarzes, junges Mädchen aus London ein. Ich glaube die beiden müssten zusammen gehören wenn man ihren regen Wortaustausch beobachtet, was sich als Fehlschluss herausstellt, sie kennen sich wohl erst seit ein paar Minuten.  Schließlich nimmt Obelix auf der Couch neben mir Platz und fängt völlig selbstverständlich ein Gespräch mit mir an. Ich kann ihn kaum verstehen, weil er einen furchtbaren texanischen Akzent hat, die Sätze zudem unvollständig und Gedankensprünge aufzuweisen scheinen. Aus den Gesprächsfragmenten die ich zu extrahieren und zu ordnen glaube, scheint er wohl im Dienste der USA in militärischen Angelegenheiten unterwegs zu sein und ist gerade auf der Durchreise nach Afghanistan. Er sei Englisch-Lehrer, kaum zu glauben bei der Aussprache. Er wirkt verwirrt und verrückt, was wohl auf eine alte Kopfverletzung zurückzuführen ist. Der Inhalt der weißen Plastikflasche ist übrigens kein Wildschwein sondern ein sehr teurer Wodka, den er im Dutyfree Shop erworben hat. Wenige Minuten später sitzen wir also da und trinken teuren Wodka aus Kaffeebechern. Der Texaner belagert jeden Hostel-Gast mit seinen endlosen schwer zu verstehenden Monologen, der Ruf der redseligen, selbstbewussten Amerikaner eilt ihm vorraus. Die anderen nicken oder lachen immer bestätigend. Wie schlecht muss mein Englisch sein. Der Vodka ist zu stark, das junge Mädel und ich schütten Obelix unseren Vodka-Anteile in seinen Becher. Er bemerkt es ist, weil er gerade mit einem heißen australischen Mädel in enger Jeans flirtet. Irgendwann ist er sichtlich angetrunken. Es ist 0 Uhr, meine Mama hat Geburtstag nach türkischer Zeit. Ich bin müde und beschließe ihr also nach meiner Ortszeit statt deutscher Zeit eine Geburtstags-Video-Nachricht zu übersenden. Obelix darf mit ins Bild, herauskommt eine skurrile mehrsprachige Gesangseinlage.

Geburtstagsständchen für Mama
Geburtstagsständchen für Mama

Schließlich flüchte ich in mein Bett und schlafe widererwartend hervorragend. Meine Zimmergenossin berichtet mir am Morgen von nächtlichem Besuch in Unterhose, der wohl plötzlich in unserem Zimmer gestanden haben soll.Meine Wenigkeit hat dieses Großereigniss mit Proppen im Ohr leider, leider, leiiider verpasst und ich sehe immer mehr Vorteile in einem gesunden Tiefschlaf. Dieser Mann wird mir immer unheimlicher.

Heute heißt es Bettenwechsel, rüber auf die andere Seite. Neues Hostel, neues Abenteuer… Mehr dazu in in “Der Pate” Teil II, ich habe mir erlaubt den Reisebereich zu teilen sowie die Metropole sich zu teilen scheint.

Von Asien nach Europa
Von Asien nach Europa

erwacht, verzaubert, Sinnemanie

Musik zum Tag und mitfühlen

Turkish Lounge Express – Tezcan Erol Titel: Karam