Die Welt braucht keine Millionäre – eine Neid-Debatte?

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Wirtschafts-Krise hat uns immernoch im Griff und da kocht auch wieder die Frage hoch, wie das alles zu bezahlen sei. Es ist dann natürlich naheliegend dahin zu schauen, wo das meiste Geld liegt: bei den Millionären. Laut Studien besitzen etwas ein Prozent der Menschen weltweit 40 Prozent des Vermögens. Wie kann das gerecht sein?

Eine Debatte auf Facebook… ich habe meine Antworten dazu hier verarbeitet. Ich antworte auf einen Kommentar der impliziert, dass wir vergleichsweise leistungsschwachen Arbeitnehmer ohne reiche Unternehmer keine Arbeit hätten und somit abhängig von reichen Menschen sind. Zugegeben, ich überspitze meine Antwort etwas… ich fühlte mich nie als Sklave , obwohl einige 3 Jahre Arbeit in einem unbezahlten oder mit 400 Euro/Monat bei 40 bis 70 h pro Woche Arbeit mit verantwortungsvollen, selbständigen arbeiten wohl unter Sklaverei verbuchen würden. Meine Recherchen ergaben allerdings, dass es auch noch echte Sklaverei gibt: Menschen arbeiten unter unwürdigen Bedingungen für einen Hungerlohn am Fließband und teilweise ist der Arbeitsdruck so hoch, dass sie entweder am Arbeitspensum frühzeitig erkranken und sterben oder sich selbst umbringen, siehe auch die Doku „Death by Design“.

Und ohne Die?
Hätten die dann gar keinen Job, wenn man deiner Logik folgt.

anonymer Kommentar auf facebook unter @dietwitterperlen

Müssen wir dem Meister also huldig und dankbar sein, dass er auf den Rücken von Sklaven sein Vermögen vergrößert. .. einen Hungerlohn zahlt und sich selbst ganz viel raus nimmt. Sklaverei gibt es immernoch, und das zu hinterfragen hat nichts mit Neid zutun, das zu hinterfragen ist angemessen. Ein gutes Gehalt mit Fleiß und ehrlicher Arbeit um ein angemessen gutes Leben zu führen sei jedem gegönnt. Anhäufung von Reichtum schadet allerdings, allen einschließlich dem Menschen, der gierig anhäuft. Und btw. ohne billige Arbeitskräfte gäbe es auch keine*n Millionär*in. Die reiche Person zieht den Karren nicht, die arbeitenden Menschen tun dies, der Boss kann aber lenken/führen/leiten… rechtfertigt aber keine 100-fachen Gehaltsunterschiede, wie soll da eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe je möglich sein? Und um das ganze Bild zu betrachten: wir sind alle ein Rädchen in der Geldmaschine… wie ein Kommentar zuvor: geht die Ungleichheit weiter so verlieren wir am Ende alle. Es sollte somit nicht nur ein Mindestlohn sondern auch ein Maximal-Gehalt geben… soviel kann man gar nicht arbeiten und Verantwortung tragen, wieviel Geld manch einer im Monat nur mit Zinsen „verdient“… das geht auf Kosten des Allgemeinwohls und das Geld fehlt dann an anderer Stelle. Und reiche Menschen können sich alles kaufen… und somit massiv politischen Einfluss haben, der die Demokratie gefährdet. Soviel Macht dürfen einzelne Menschen einfach nicht bekommen, nur weil sie mehr Geld haben. Das ist schlichtweg gefährlich. Zudem mehr Geld auch dazu verführt mehr zu konsumieren und die Umwelt zu belasten, z.B. Privatjets, Besitz von vielen Autos und Grundstücken und Villen, die der Allgemeinheit am Ende fehlen. Die Liste ist Lang warum Reichtum (Millionen auf dem Konto) einfach falsch ist… das Geld gehört der Allgemeinheit oder zumindest sollte es verantwortungsvoll reinvestiert werden pro Umwelt und Mensch. Einige tun das auch… aber viele auch nicht. Eigentum verpflichtet, ist gesetzlich festgelegt.

Moin. Wir müssen über Reichtum reden. In Hamburg leben rund 42.000 Millionär* und 18 Milliardär*innen. An der Binnenalster kann man das ziemlich gut sehen. Ein kleiner Rundgang (Thread)

twitter.com KatharinaSchipkowski | @Kat_Schipkowski am 24. Juli 2020

Zum Teil arbeiten die Angestellten weit mehr als die Bosse und riskieren nicht nur Gesundheit sondern ihr Leben, aber dazu muss man zum Teil etwas über die Ländergrenzen hinaus schauen… oder auch nur einen Blick in einige Fleisch-verarbeitende Industrien im Inland oder in die Ernte-Arbeit werfen. Ich bin hier absolut nicht der Meinung, dass dies ein 100-faches höheres Gehalt rechtfertigt und der Luxus-Konsum zudem noch die Umwelt unnötig belastet. Ich hatte Chefs die so gearbeitet haben, wie sie es beschreiben, selbstgemachte Leiden… ordentliche Arbeitsteilung würde die Überlastung von Führungskräften entgegenwirken. Und was nutzt der Reichtum, wenn am Ende kein Leben mehr übrig bleibt. Finde es immer noch angemessen Reichtum und Erfolg zu hinterfragen und warum wir meinen das alles zu brauchen. Ihre Beispiele beschreiben nicht das Problem um das es geht. Es gibt ein Machtgefälle und eine Reich-Arm-Schere, es wäre erstrebenswert dafür eine andere Lösung zu finden und das nicht weiter zu verteidigen… es ist ungesund, für alle Beteiligten. Glück kann man bekanntlich nicht kaufen, also warum dieser extreme Reichtum… die Welt braucht keine Millionäre. Und Ihr Beispiel mit dem Arzt, ist eine zulässige Ausnahme, wie sie es beschreiben.

Diese Seite zeigt auf, was ich mit moderner Sklaverei meine, und daran bin auch ich beteiligt.

„Etwa ein Prozent der Menschen besitzen rund 40 Prozent des Vermögens“ – das allein sollte doch stark zu denken geben. So faul können die doch nicht alle sein.

Ich spiele nicht Lotto und will selbst nicht reich werden ohne auch etwas dafür zu tun. Ich bin aber für ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit ich einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen kann, die mir auch gerne Spaß machen darf und bei der ich mich nicht krank arbeiten muss. Oft ist Freiwilligenarbeit systemrelevant und wichtig für eine funktionierende Gesellschaft, diese Arbeit bringt aber kein Geld, sie wird schlichtweg nicht bezahlt, weil sie nicht in das Kapitalismus-Konzept passt.

Ich bin nicht neidisch, sondern setze mich für Chancengleichheit und gerechte Welt ein und stelle das komplette Leistungs- und Geldsystem in Frage. Ich erkenne die treibende Kraft in dem System, die Innovationen die es hervorbringt durch den Wettbewerb, aber das muss auch anders gehen, ohne dass immer nur der gewinnt, der das billigste Produkt auf Kosten von Menschen und Umwelt auf den Markt bringt. Innovationen können auch ohne die Regeln des Kapitalismus hervorgebracht werden, indem wir uns auf die echten Probleme konzentrieren und nicht nur künstlich erschaffene Probleme. Wissenschaftler und leidenschaftliche Menschen, welche ihre Berufung gefunden haben, arbeiten so. (Viele) Künstler*innen erschaffen Meisterwerke aus einer Leidenschaft heraus und nicht weil sie reich und erfolgreich werden wollen. Die Geschichte bringt unendlich viele Beispiele hervor, dass Innovation unabhängig von Kapitalismus und Geldstrom passieren kann. Werkzeuge und Entdeckungen sowie Erfindungen wurden gemacht, weil es Probleme zu lösen galt.

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Wachsamkeit und Unsicherheit: Umstände und Kontext

Ich weiß nicht ob es relevant ist, es ist der 16. Mai und Covid-19 „Corona“ hat gerade die Welt(-Wirtschaft) im Griff… einige prominente Menschen und auch einige erfolgreiche, vorwiegend männliche, Bekannte in meinem direkten Umfeld stellen gerade ihren Nervenzusammenbruch öffentlich zu Schau und teilen Theorien von fragwürdigen Experten in psychotisch animierten YouTube Videos über die mehr oder weniger geheime, aber dennoch offensichtliche Verschwörung weniger reicher, einflussreicher Menschen zur Reduzierung und Versklavung der Menschheit durch Impfungen, Mikrochip-Implantate, Abschaffung von Bargeld, Außerkraftsetzungen von Grundgesetzen und massive Einschränkungen der freien Marktwirtschaft und Reisefreiheit. Auf den ersten Blick erscheint diese Art von Panik und Ohnmachtsgefühl verständlich… auf den zweiten Blick allerdings nicht, weil die Antwort auf die aktuellen komplexen Probleme eben doch komplizierter ist. Stichwort: Umweltkrise

Ich denke diese kurze Beschreibung der aktuellen Lage hat durchaus Einfluss auf meine Texte, Bilder, Meinungen… die sich aber schon immer gewandelt haben mit Alter, Erfahrung, Beziehungsstatus, Aufenthaltsort, beruflicher Situation, körperlichen Empfinden usw.