Sinnemanie Trier Luxembourg

Grenzwertig: von Trier nach Luxembourg

Sinnemanie Trier Luxembourg
Sinnemanie Trier Luxembourg

Ich verlängerte meinen Aufenthalt in Trier um einen Tag, um die nächsten Tage zu planen und einen Sonnenuntergang in den Weinbergen zu erleben. Ich habe nicht viel nachgedacht, was eher ein Fort- als ein Rückschritt bedeutet.

In einem Buchladen erstand ich mir drei Mini-Sprachführer, Französisch, Spanisch und ein Bilderbuch zum Zeigen für Hände-und-Füße-Kommunikation, ein MUSS für Weltenbummler. da ich keinerlei Fremdsprachentalent aufweise, wird dieses Buch mein Lieblingsbuch werden. Mit diesem Buch werde ich die Königin bei feucht-fröhlichen TABU-Spieleabenden werden!

Strom und Internet stellten sich bisher als Mangelware heraus, ich musste freies WLAN und Staubersauger-Steckdosen in großen Restaurantketten ausfindig machen, um diesen Blog schreiben zu können, demnach konnte man mich in einem Restaurant auf dem Boden krauchend und auf einem Gehweg vor einer großen Schnellimbisskette in der „Hot-Spot-Zone“ erblicken.
Da Trier recht überschaubar wirkt, überrascht es mich zu dem Strom-Internet-Problem noch, dass es ein im Verhältnis zum Stadtzentrum großes Rotlichtviertel aufweist. ich weiß gar nicht wo ich hingucken soll, als Murat mit Jaqueliene im Schlapptau, einem Bottich Eiswürfel und den Worten „Hast du schon geduscht?“ den 007-Club in Richtung Kombi verließ.

Luxembourg war nur einen Katzensprung entfernt und somit mein nächster Zwischenstopp. Die Luxemburgischen Bahn-Durchsagen klingen nach Fantasiedeutsch, Luxemburgisch wohl. In der Stadt herrscht französisches Flair, alte Gebäude, Blumen, hübsche Menschen und Fashion.

Mit dem übergroßen Rucksack ziehe ich einige Blicke auf mich, ich interpretierte sie als respektvoll und fühlte mich wie Pippi Langstrumpf das Hauspferd stemmend.
Pausiernde gleichgesinnte Rucksackreisenede grüßen mich jedoch stets freundlich fast freundschaftlich als gehörten wir zum gleichen Verein. Irgendwie gehören wir das wohl auch. Club der Fernwehkranken.

Eine heimische junge Frau bietet mir an ein Foto von mir zu machen, ich nutze die Gelegenheit um mit ihr ihre Mittagspause zu verbringen. Sie kommt ursprünglich aus den Niederlanden, aber arbeitet nun hier in Luxembourg zwischen den wohlhabenden Menschen die wohl mit Stolz ihre eigene Sprache sprechen. Das Mädchen im Blümchenrock und grasgrüner Plastikuhr erzählt munter fort und gibt mir gleich ein paar Luxembourg-in-drei-Stunden-für-wenig-Geld-Tipps, während sie ihr Brötchen in eine Feinschmecker-Käsezubereitung stippt. Das ist dann wohl der Geruch den ich nun mit Luxembourg in Verbindung bringen werde in Zukunft.
Sie erzählt mir von ihrem Rucksackreisen-Fazit in Australien und dass sie 300 Euro für Kaffee ausgegeben hätte, um das WLAN der Schnellimbisskette nutzen zu können, um wiederum stundenlang mit ihre Mama zu skypen und zu chatten. Ihr erinnert euch sicher an das eintretende Heimweh, wenn das Fernweh gestillt wird. Seitdem hat sie ihren Kaffeekonsum auch drastisch reduziert und nach der zweimonatigen Australienrundreise sei sie wohl auch des Reisens etwas müde geworden. Mit Couchsurfing hätte sie durchweg gute Erfahrungen gemacht, da es einfach „handy“ wäre kostenlos auf einer Couch übernachten und auch noch Informationen aus erster Hand zum Aufenthaltsort zu bekommen und im besten Fall sogar einen Reiseleitung und Partybegleitung für die Stadt zu haben.
Sie hat mich unbewusst sehr motiviert. Ich mag die Niederländer und sie wohl mich, dass wir uns immer wieder zufällig finden. An dieser Stelle möchte ich ganz lieb Fenna grüßen.

Auf dem Weg zu der nächst gelegen empfohlenen Sehenswürdigkeit droht ein Arm abzusterben, weil der Gurt ihn aufgrund der Masse und der zusätzlichen 3Liter Trinkwasser an Bord abschnürt. Ich gönne mir aromatisiertes Eiswasser in schwarz-rot-Gold (Cola, Erdbeere, Zitrone) und ein Zitronentörtchen mit Baisér.
Schließlich hatte die Feine-Küchlein-Café-Bedienung etwas an meinem großen Gepäck auszusetzen, als ich sie mit meinen großen ich-nicht-verstehen-Augen ansehe, dreht sie sich wortlos um und geht. Hmm, weil ich sagte „no, I speak nur inglisch!?“ Also den kürzesten Weg zurück zum La Gare, um meine Reise durch Europa fortzusetzen…

suchend, schleppend, Sinnemanie

Bis zum nächsten Hot- und Power-Spot! 😉

Soundtrack zum Tag und mitfühlen:

„Hey Pippi Langstrumpf“ hopsasa…