Der Mond - kühl, ruhig und immer da, Oma, blaue Augen, weiße Haare, reife Frau

Mond

Kühl, ruhig und immer da

[..]he was like the moon: Cool, calm and always there[..]
aus dem Film „Mr. Church“ mit Eddie Murphy

Was erhoffte ich mir von Beziehungen? Was waren meine unerfüllten Sehnsüchte.

Jemanden für die glücklichen Stunden zu finden war einfach, aber für die schweren Zeiten?

Du flüsterst mir zu…
„keine Angst, du weißt doch in welche Situation ich bin.“. Ich hatte keine Sorge dass du es ernst meinen könntest, ich hatte Sorge dass du es NICHT ernst nehmen würdest. Und so kam es. Nachdem die Intimitätsgrenzen überschritten wurden war, begann wieder das quälende Schweigen was ich schon aus der Vergangenheit aus anderen Liebes-Kurzgeschichten kannte und immer gleich zu verstehen war: das anstehende Trennungsgespräch. Und mein Leben schrieb Liebes-Kurzgeschichten. Es erklingen Sätze die aus dem Buch „Sätze die man beim Schlussmachen nicht sagen sollte“. Das Beziehungs-Gebräu wird zu einer Forschungsarbeit: Weder sauer, noch salzig oder süß soll es sein.

Es war schwer die mit Zeit, Geduld und Vertrauensarbeit aufgebaute Nähe wieder abzubauen und zurückzurudern zu einem Status „Freundschaft“, welchen ich erzwingen muss anzunehmen und als richtig zu empfinden. Die Arbeit mit der Selbsthilfegruppe lehrte mich Geduldsamkeit, Achtsamkeit, Verständnis… eben mal nicht sofort zu reagieren und der aufkommenden Hitze Luft zu machen, um sie später teuer mir Reue und Verlust bezahlen zu müssen.

Gefühle machen es kompliziert… dann sagt man plötzlich nicht mehr was man denkt, überlegt stundenlang wie man ausdrückt was man fühlt… obwohl es eigentlich nur eines zu sagen gibt „Ich vermisse dich.“ Und dieser Satz erklärt alles, alle Wut, alles schräge Verhalten. Der Psychoanalytiker würde jetzt natürlich fragen, was man denn genau vermissen würde und ob man sich selbst nicht genügen würde. Ja, ich mag mich… berühre mich gern selbst, beruhige mich selbst durch Lauschen meiner eigenen Stimme, unterhalte mich und ärgere mich auch, funktioniere mit und ohne dich, kann auch alleine zu Bett gehen und einschlafen und mir die Schuhe zu binden. Aber macht es Sinn diese totale Isolation, sind wir nicht soziale Wesen deren Natur es ist gemeinsam zu bauen und sich zu beschützen?

Einsamkeit ist weit verbreitet, aber wer gibt das schon offen zu.

Kuscheln ist toll, zu zweit noch toller… und mit gemeinsamen Träumen ergibt es ein harmonisches Traumknäul was wie ein WunderMittel wirkt und gebrochene Herzen heilt, Abwehrkräfte stärkt, gegen Süchte wirkt oder süchtiges Verhalten und gleichzeitig körpereigene Drogen freisetzt.

Ich würde dir so gerne sagen wie sehr ich dich vermisse und ich leide, weil ich die Worte wie einen prallen Luftballon in mir halten muss. Vielleicht sage ich es dir trotzdem irgendwann, obwohl ich glaube du weißt es eigentlich schon. Meine Sprache der Liebe kommuniziert nicht mit Worten, sie schreit in Taten. Ich mache dir einen Kaffee, geb dir mein Kissen, putze meine Wohnung, versuche die beste Version von mir selbst zu sein… ich könnte das alles auch nur für mich machen, aber das wäre wie eine Batterie die sich selbst auflädt… ich will die Energie abgeben, das fühlt sich richtig an.