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Der Weg der Mitte – entspannt, gelassen und wach

Der Weg zur Ruhe und inneren Gelassenheit: Lektion1

Auf der Suche nach innerer Ruhe fing ich Ende letzten Jahres ein 52-Wochen-Programm „Gelassen wie ein Buddha“ an, welches mir meine Schwester nach ein paar Hilferufen von mir zu Weihnachten geschenkt hatte. Jahre in unglücklich schwierigen Beziehungen zu nahestehenden Personen, Liebschaften oder fernen Bekannten, maßloser Konsum digitaler Medien und hunderte Gespräche mit ebenso vielen unterschiedlichen Meinungen hatten mich müde und ruhelos gemacht. Ich suchte nach EINER Antwort und die musste irgendwo in mir liegen nachdem ich mich durch etliche Bücher, Websseiten und Gespräche vorgetastet hatte. Das Reisen hatte mich über den Tellerrand hinaus blicken lassen und machte mich toleranter und somit gelassener gegenüber Themen die mir sonst unverständlich erschienen oder die mir sogar Angst machten, aber ich konnte nicht ewig reisen, das wäre nur eine Flucht. Mein Glück war hier irgendwo zwischen Beruf, Berufung, Famlie und Natur und das lag alles nah, zudem ich die deutsche Sprache und Temperaturen immer wieder vermissen würde. Ich gehöre hierhin, vielleicht musste ich ab und an mal fort um meinen Standort von einem anderen Ort in anderer Höhe und mit Distanz zu betrachten.

Du MUSST…

„Du musst Sport machen, regelmäßig ein Buch lesen, dich für Politik interessieren, einen Freundeskreis haben, mit dreißig so langsam mal sesshaft werden und eine Familie gründen, du musst dir Zeit lassen, du musst sparsam sein, du musst dir was sagen lassen, sei nicht faul, achte auf dich und lass dich nicht gehen, halte deine Wohnung sauber, mach dir einen Plan, du musst dich gesund ernähren, du musst dich bilden, dir darf das nicht egal sein, du musst mich verstehen, du musst lernen zuzuhören, du darfst nicht traurig sein, dir muss es gut gehen, du musst Überstunden machen, du darfst nicht zuviel Urlaub haben, du musst dein Wort halten, du sollst mal an dich denken, du musst gut aussehen, du musst dünn sein, du musst, du musst…“ NEIN, ich muss bei mir selbst bleiben und nicht in der Meinungssuppe ertrinken, immer passiv dem Ausrufezeichen folgend aus Angst etwas falsches zu tun oder zu sagen und dann zu verlieren, mich den Leistungskriterien unserer Gesellschaft unterwerfend. Von anderen lernen, sich verbessern ja, aber nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus einem guten Bauchgefühl. Ich glaube an Schicksal und Bestimmung. Ich weiß was ich nicht kann und freue mich über jede Kleinigkeit die ich kann und über jede Hilfe die ich sein darf und jede Liebe die ich geben kann, weil dann fühle ich mich wertvoller. Ist das wieder egoistisch dieser Drang nach Selbstverwirklichung, zweifle ich etwa schon wieder? Ist das nicht ein etabliertes Grundbedürfnis? Davon habe ich viel: Liebe, nur fehlt manchmal das Vertrauen und Menschen die es annehmen können, im Zeitalter der allgemeinen Verunsicherung…. überall sind Meinungen und Druck. Die Welt schreit, alles und jeder wäre ersetzbar… ich begegne immer wieder wundervollen, einzigartigen Menschen, die sich manchmal aus meiner rosa-Wolken-Perspektive voll daneben benehmen und gemeine Dinge von sich geben, aber dennoch tolle Menschen sind.

Das erste was man jedoch lernen muss, sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun. Und keine Sorge, die Energie die man ausstrahlt führt einen automatisch zu den richtigen Menschen. Wenn man aber eben diese Energie nicht mehr hat, dann ist man wie ein Zugvogel dem einen das natürliche Radarsystem ausgefallen ist, welches einem in den warmen Süden führt.

„Der buddhistische Weg ist fern von allen Extremen. Er ist nicht von Geboten oder Verboten geprägt, sondern empfiehlt uns auf eine Art und Weise zu leben, die uns selbst sowie andere glücklich macht und möglichst wenig Leid verursacht“ – „Gelassen wie ein Buddha“ von Ilona Daiker G|U Verlag (Gräfe und Unzer Verlag)

 

Aufgabe 1: richtig und bequem sitzen

Tja, wie banal, aber der Weg zur tiefen Entspannung führt doch tatsächlich über eine bequeme Sitzhaltung. Man muss nicht in der Angeberpose im verknoteten Schlangenmenschen-Schneidersitz hocken, Anfänger dürfen sich auch in den Sessel setzen, aaaber der Rücken sollte schon aufrecht sein, sonst bleibt einem der Atem bereits im Hals stecken und schafft es nicht in die Lungen, von wo aus sich die Energie dann im ganzen Körper verbreiten soll.

Aufgabe 2: wertlos sein

Ruhig Blut, du bist nicht wertlos, auch wenn dir das dein Umfeld und die Medien permanent zeigen wie unperfekt du bist. Lächel dich an und vergiss das Außenbild, abwertende Gedanken werden in kompakte kleine Wolken verpackt und weggeschoben…. wertlos bedeutet in diesem Fall, nicht zu werten und neutral zu denken. Man sollte das auch ruhig so abstrakt bildlich tun und nicht im Detail über diese Probleme nachdenken, in die Wolke damit und ziehen lassen… das Problem sich nicht in dein Herz reinwachsen lassen, bis es nicht mehr schmerzlos rausgeschnitten werden kann.

Die ersten Erfolge

Nach nicht mal einer Woche lege ich bereits eine Pause an, weil ich plötzlich der Meinung bin keine Probleme zu haben. Mein Umfeld trägt mir dermaßen schlimme Geschichten und Traurigkeiten zu, dass es meine eigenen Probleme komplett relativiert. Ist es verwerflich sich zu freuen wenn andere von ihren Problemen berichten, weil man dann erst einmal merkt wie glücklich man selbst eigentlich ist bzw. sein sollte?!

Ich schreibe meinem Brieffreund:

„Ich habe gerade zwei Nachrichten wieder gelöscht, weil ich anfange mich selbst zu reflektieren, wie das Buddha-Programm es lehrt: das ist Wut und das Trauer oder das Freude und jenes Enttäuschung… dann neutralisiert man seine Nachricht und löscht sie, weil sie bedeutungslos erscheint. Was bleibt ist Ruhe…“

Daraufhin schickt er mir ein Lächeln:

„:)“

Vielleicht kann ich am Ende des Programms fliegen. Ihr dürft gespannt sein, es liegen noch 51 Wochen Programm vor mir, nachdem ich nun meine Pause beendet habe.

gelassen, lächelnd, Sinnemanie

Musikstück zum Thema

„Ruhe“ – Laith Al-Deen

„Wieder hier“ – Marius Müller Westernhagen