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Flug auf dem Glückdrachen – raus aus der Depression

Am Ende meines 6-wöchigen Klinikaufenthaltes in der Notfallklinik für psychische Erkrankungen konnten alle Patienten in einer Abschieds-Zeremonie ihren Heilungswegs Revue passieren lassen und ihn mit der Gruppe (wir nennen es liebevoll „Gemeinschaft“) teilen und welche Fortschritte, Rückschritte sie gemacht, welche Erkenntnisse sie gewonnen und welche Hürden sie gemeistert haben bzw. welche Ziele und Ängste sie am Ende noch haben.

Meist geht man mit einem Problem in die Klinik und kommt mit 5 raus… In der Klinik schaut man sich das innere Kind an, reflektiert Vergangenheit und aktuelle Zustände, aber vor allen Dingen lernt man zu kommunizieren, seine Gefühle wahrzunehmen, zu benennen, zu begreifen und einen gesunden Umgang damit zu lernen… So dass man sich nicht mehr in Süchte flüchtet (Sex, Drogen, Essen, Kontrollzwänge, Arbeit, Sport, rauchen, Medienkonsum etc.). In der Abschiedszeremonie darf man sich mit einem Song verabschieden… Ich entschied mich für „Ritt auf den Glücksdrachen“, weil ich mich erinnert habe wie glücklich und frei ich mich als Kind fühlte und wie frei wir in der Klinik sein konnten, wenn wir spielten, malten, tobten, aber auch weinten und alle Emotionen freien Lauf ließen.

Ich habe einen Skillskoffer gepackt, in den ich greife, wenn ich wieder einen Rückfall in meine alten krank(machend)e Muster habe.
Rückfälle habe ich immer wieder und dabei fühle ich Scham. Scham ist sehr gefährlich, denn sie führt zum Rückzug und Isolation. Ich möchte mich nicht mehr für das schämen was ich bin, fühle und für meine Fehler. Das ist manchmal mega schwer… Denn ich bin streng mit mir.
Anderen kann ich leicht verzeihen, mir oft nicht. Das erlangte Wissen über Depression möchte ich nicht geheim halten, möchte mich nicht dafür schämen.

Mir haben Blogs, Kanäle und Geschichten von Menschen mit Depressionen sehr geholfen, deswegen gebe ich mein Wissen hier auch immer gerne in Portionen weiter, weil es helfen kann sich selbst zu helfen.

Es ist wichtig alleine aus dem Loch zu kriechen, wissentlich, dass oben jemand wartet, etwas Licht und Orientierung gibt und die Hand reicht und… nicht urteilt. Daran muss ich mich selbst auch immer wieder erinnern. (…)

AntiKörper

Sie begutachtet meinen Körper von oben bis unten, bei der Begrüßungsumarmung legt sie kritisch ihre Hände auf meine Hüften. Manchmal streicht sie mir noch über den Bauch, dann fällt der Kommentar… SCHNITT

SCHNITT

SCHNITT

„Iss nicht soviel Süßes.“  befiehlt sie mir, befehle ich mir?

„Hör auf jetzt.“   befiehlt sie mir, befehle ich mir?

Ich warte den Moment ab, wenn ich mit dem Spiegel allein sein kann. Langsam schiebe ich mein Oberteil hoch bis zur kritsichen Stelle, ich schiebe weiter und drehe mich von links nach rechts, damit ich alle Rundungen genau sehen kann und fange an Augenmaß zu nehmen. Die Hose ist eng, dafür brauche ich keinen Spiegel. Wenn ich die Augen schließe und mir über die Brust streiche fühle ich schwere, warme, glatte Ballons die ausgefüllt sind. Darunter folgen leichte Wellen und ein paar Muskeln zeichnen sich ab, ganz schwach. Manchmal ist zuviel Chaos im Kopf, es ist dann sehr laut in meinem Körper. Entweder ist keine Zeit zum Essen oder Essen ist die einzige Beschäftigung, die glücklich zu machen scheint und kurzfristig Befriedigung auslöst… wenn die süße Schokolade auf der Zunge zergeht. Manchmal bin ich mit dem Essen fertig und weiß nicht mehr was ich gegessen habe, was mich ärgert. Also esse ich nochmal, weil ich beim ersten mal nicht richtig aufgepasst habe?!

Bei Süßigkeiten kann ich oft nicht aufhören, da esse ich bis zur Übelkeitsgrenze hinaus. Mein Körper spricht also mit mir, warum höre ich nicht auf ihn? Was ist da lauter in mir? Was tun die da rein, dass ich nicht aufhören kann? Warum kann ich eigentlich immer und überall Süßigkeiten, Zigaretten und Alkohol kaufen…aber keinen verdammten Apfel?

Halle auf Instagram hatte mal Essstörungen und war dünn wie es der Katalog fordert. Jetzt ist sie Halle und nicht mehr Katalog. Seitenlange Motivationsschriften verfasst sie für ihre Internetgemeinschaft und motiviert seinen eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben wie er ist und wie die Natur ihn gerade haben will.

Ich war im Winter zwei Monate auf einer abgelegen Farm. An Regentagen mit starken Stürmen konnte ich mich nur in der Küche aufhalten und mich mit Tee warmhalten. Die grauen Tage machten müde, aber Kekse und Erdnussbuttercreme machten kurzzeitig glücklich. Ich rede mir bis heute ein, dass mein Körper das brauchte: Winterspeck mein Kind, iss und schlaf… das ist jetzt deine Natur in der Natur. Sieben Kilo hatte ich mir angefuttert und tatsächlich fror ich in den Nächten nicht mehr und ich mochte das weiche und pralle „Mehr“ an mir.

Zurück in der Stadt war Natur fern, hier galten die Naturgesetze scheinbar nicht. Hier war ich nur fett, sagten die Plakate und manche Blicke und mein Spiegelbild, das hat scheinbar eine andere Meinung als meine Hände und vom allgemeinen Körpergefühl möchten wir gar nicht reden und wenn der Magen und Sinnes-Lüste auch noch mitreden… oh dann fange ich lieber an zu beten und bitte um Ruhe. Hatte sich mein Blick auf mich auch verändert? Tine Wittler sagt „Wer schön sein will, muss reisen.“ . Recht hat’se: in Brasilien und Afrika wäre ich hässlich dünn. Man kann jetzt nach kulturbedingten Schönheits-Idealen recherchieren oder auch einfach auf die Meinung anderer sch*****. Aber wie findet man nun seine ganz spezielle Liebe zum eigenen Körper, welches Maß passt mir… was ist das so genannte „Wohlfühlgewicht“? Der Körper redet mit mir, die ganze Zeit… hör doch mal! Hunger, Übelkeit, Glücksgefühle, schlechte Laune, Müdigkeit, Appetit… habe ich verlernt mich zu verstehen, als andere mir sagten wie ich mich zu verstehen habe?

Ich stellte mir eine Welt vor, auf der alle Menschen gleich aussahen… gleich schlank… auch der Weihnachtsmann oder der nette „dicke Tankwart“, oder die Bäckerin mit den rosigen Wangen oder die zarte Ballerina. Alle sehen gleich aus… auch gleiche Augenfarbe, gleiche Hautfarbe… gleiches Lächeln… aber man kann alles individualisieren mit Nagellack, Schminke und Haarfarbe… häh?

Ich hab dich lieben gelernt, als erstes habe ich mich in deinen runden Bauch verliebt und wie er mich bei der Umarmung berührt und etwas fester drückt. Ich stellte mir vor wir ich meinen Kopf auf ihn legen würde und faule Sonntage darauf verbringen würde. Ich stellte mir vor ihn zu küssen und zu streicheln und für ihn zu kochen. Wir kannten uns noch nicht so lange, dann hast du angefangen Extremsport zu treiben und nicht mehr mit mir zu essen. Du wolltest für mich gut aussehen und mich beeindrucken. Welche Signale habe ich gesendet, dass du glaubst ich würde dich nicht schön finden wie du bist? Ich werde ihn vermissen, deinen Bauch… da hatte ich mehr von dir. Die Narben darauf sind schön, wie Kunst. Das bist du und würde ich erblinden, könnte ich dich noch ertasten und dich an der besonderen Form und kleinen speziellen Details erkennen. Aber wenn du dich wie du bist nicht willst, dann unterstützte ich dich gerne darin dein persönliches Ziel zu erreichen. Sag mir Bescheid wenn ich etwas tun oder nicht tun soll. Sprich mit mir, bevor du mich fälschlicherweise beeindrucken willst und womöglich noch ganz krank wirst vor Eifer.

Ins Fitness-Studio zu gehen fühlt sich so künstlich an, all diese schweren Geräte, Linien und ausgeklügelten Bewegungsabläufe, der Drill, der Zwang, alles kontrolliert und abgemessen. Soll das Spaß machen, kann das Spaß machen, ist das wirklich gesund und warum schreit meine Seele: Was tust du da? Geh doch einfach raus in die Natur, aus der bist du doch gemacht? Renne, jage, liebe… wir sind doch „Lebewesen“ und nicht soweit entfernt vom „Tier“, immernoch, trotz 2018 und all der Technik und dem angeblichen Wissen. Waren die Pyramiden-Bauer womöglich fortschrittlicher als wir? Wir haben doch immernoch Triebe, die wir ständig unterdrücken und kontrollieren müssen. Müssen wir das? Habe ich eine Wahl?

Liebst du mich auch noch wenn ich vierlagig bin? Liebst du mich wenn ich nur noch die Hälfte bin? Liebe ich mich denn eigentlich? Was IST Liebe denn nun eigentlich? Anderes Thema… verstreut auf dieser Webseite…

Selflove

selflove_sinnemanie_2017
„De-Shaming“ is the word of the day inspired by Conni Biesalski
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When you talk about #selflove with your male developer and IT colleagues, you get a very special Goodbye-gift. Well Ok, it was my wish… and I am sinnemanie (senses mania). Great humor, but I’ll enjoy the Vibrations… good size for backpack-traveling and good piece of art. Goooood night 2.0 😉 don’t feel ashamed to press the „heart“-button…
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I feel free to make this post because I like the Blog of Conni Bisalksi and her Videos about de-shaming, depression, life, freedom etc. … definetly a helpful and inspiring personality for me. If she is right? Not always… life ways can be different, her way is special and definetly not the „normal way of life“. .. but that’s her mission. :)
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#sinnemanie #letstalkaboutsexbaby
And check out #connibiesalski from #planetbackpack she call herself a #zennomad